Fußball

Wusstet ihr eigentlich, dass momentan die Fußball-Qualifikationsspiele für die WM nächstes Jahr stattfinden? Ich meine klar, es muss ja irgendwann vor dem anstehenden Riesenevent entschieden sein, wer dabei ist und wer nicht. Ich bin jetzt zwar nicht sooo der Fußballfan (ok eigentlich wirklich gar nicht), aber ich kann mir durchaus vorstellen, dass ich nicht die Einzige bin, an der solche Qualifikationen bisher einfach immer vorbeigegangen sind. Deutschland ist ja meist eh dabei das steht ja kaum zur Debatte oder?

Also keine große Sache. Warum ich davon schreibe?

Dazu solltet ihr vielleicht wissen, dass Peru seit über 30 Jahren nicht mehr an einer WM teilgenommen hat, 35 um genau zu sein. Einer meiner Freunde erklärte mir nach dem letzten peruanischen Spiel, dass die Gründe dafür unter anderem eine Menge Korruption waren. Und Korruption ist in Peru allgemein ein ernstes und somit auch emotionales Thema. In den letzten Jahren hat sich allerdings einiges getan, so auch im Fußball. Neue Verantwortliche, neuer Trainer und neue, jüngere und motiviertere Spieler. Und siehe da: auf einmal sieht es so aus als würde Peru endlich mal wieder an einer WM teilnehmen. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen was das mit diesem Land anstellt. Ich hätte es mir niemals vorstellen können. Nie hätte ich gedacht, dass Leute sich wegen Qualifikationsspielen zum Fußball schauen treffen; Dass sie extra dafür früher ihre Arbeitsstellen verlassen; Dass in jedem Bus und jedem Taxi das Radio läuft; Eine ganze Stadt ausnahmslos in Trikots und in rot-weiß (den Farben auf der peruanischen Flagge) herumläuft und es tatsächlich riesige Public-viewing- Veranstaltungen gibt.

Dementsprechend fiel auch der kleine Kulturschock aus, den ich und meine Mitvoluntäre erlebten, als wir uns das Spiel von Peru gegen Argentinien zusammen mit den Jovenes1 im Y ansahen.

Public Viewing mal anders

Zum nächsten Spiel gegen Kolumbien trafen wir, einige Mitvolis und ich, uns sogar mit einigen peruanischen Freunden zum richtigen Public Viewing. Diesmal natürlich angepasst in Trikots und mit aufgemalten Fahnen;).

Allerdings kam der Großteil, in typisch peruanischer Manier, kolossal zu spät, sodass wir, nachdem wir echt ewig in einer riesigen Schlange standen, nicht  mehr auf den Platz gelassen wurden. Wir sahen uns das Spiel trotzdem auf der riesigen Leinwand an, über eine Mauer hinweg und von einem begrünten Straßenmittelstreifen aus. Der war Gott sei Dank etwas breiter. Denn wir teilten uns diesen zusammen mit bestimmt 200 Leuten, die alle laut schimpften, wenn ein vorbeifahrender Bus mehr oder weniger kurz die Sicht auf das Bild verhinderte.

Während der Pause liefen (wir sind echt die ganze Zeit gerannt) wir dann (gefühlt durch halb Lima) zu einer Wohnung. Dort kamen wir gerade rechtzeitig an, um uns dann, entspannt und im Sitzen, die 2. Halbzeit anzusehen.

Um nun tatsächlich an der WM teilnehmen zu können muss Peru übrigens immer noch (oder auch nur noch) Neuseeland schlagen! Das Ergebnis steht bereits fest: Es war ein Unentschieden.

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